Mittwoch, 8. Januar 2014

Brisbane

Nach einer Nacht im Himmelbett (eigentlich war es ein ganz normales Bett, aber im Vergleich zu unserem Campinglager einfach himmlisch) im Schlafzimmer mit Bad ensuite gab es erstmal Frühstück auf der Terrasse, bevor wir uns zu unserer Stadtbesichtigung ins Zentrum von Brisbane aufgemacht haben.


Die Stadt bietet auf dem Brisbane-River ein gratis Wassertaxi an, was wir natürlich gleich genutzt haben, um uns die City vom Fluß aus anzusehen. Auch wenn Brisbane noch auf dem Weg zur Weltstadt ist, kann sich die Skyline ruhig sehen lassen. Nach einem Spaziergang an der Uferpromenade und Mittagessen im botanischen Garten gings noch auf einen Abstecher in die Fußgängerzone.




Den Abend verbrachten wir wieder an der Uferpromenade, wo wir den Sonnenuntergang genossen und beobachten konnten, wie die Stadt nach und nach in ein buntes Lichtermeer getaucht wurde.


Wir gönnten uns noch eine zweite Nacht im Himmelbett und beendeten unseren Besuch bei Raphi's Mum mit einem erneuten Frühstück auf der Terrasse, auf der wir auch die eine oder andere tierischen Gesellschaft hatten. Zum Glück waren es nur die harmlosen Geschöpfe, die auf dem Anwesen ihr Zuhause hatten. Laut David, dem Hausbesorger, gabs dort auch jede Menge Schlangen. Auf meine Nachfrage, um welche Schlagen es sich da wohl handelt kam die Antwort: "The deady ones". Damit waren die Brown Snakes gemeint, die zweitgiftigsten Schlangen der Welt. Gesehen haben wir leider/gottseidank keine.




Sonntag, 5. Januar 2014

Von Hervey Bay nach Brisbane

Nachdem wir uns in Hervey Bay nach der Ankunft von Fraser Island im Palace noch ein Doppelzimmer erschlichen, zwei Stunden auf unsere wohlverdiente Dusche gewartet und dann endlich wieder mal eine Nacht in einem normalen Bett verbracht haben, gings am nächsten Tag nach einem kleinen Sightseeing-Spaziergang in Hervey Bay weiter nach Tin Can Bay, wo wir von Hinti einen Geheimtip für die Beobachtung von Delphinen bekommen haben.


Vorher hatten wir aber nochmals eine möglichst günstige Nacht zu überstehen. Dazu haben wir unser Zelt auf einem Rastplatz außerhalb von Tin Can Bay aufgestellt. Dort gab es zwar weder Dusche noch Klo, aber er kostete auch nichts. Seit Fraser Island sind wir ja Meister der Improvisation, sodaß der Wald als Klo und die Duschen im Schwimmbad von Tin Can Bay zur Säuberung herhalten mußten.


 Am nächsten Tag war es aber dann so weit. Ninas (der wahrscheinlich größte Delphinfan der Welt) großer Tag war gekommen. Um sechs Uhr aus den Federn, um sieben Uhr waren wir dann pünktlich an der dolphin viewing area. Dort wartete schon ein Delphin sehnsüchtig auf den Fisch, den es aber erst um 8 Uhr dann tatsächlich gab. Bis kurz vor der Fütterung trafen dann noch drei weitere Delphine ein, was Ninas Herz höher schlagen ließ. Die Delphine selbst waren wild lebende Tiere, die halt die bequeme Fütterung durch Menschenhand der anstrengenden Jagd im Meer vorzogen. Sie hatten sich im Laufe der Zeit eben gemerkt, daß es an dieser Stelle pünktlich um 8 jeden Tag Frühstück gibt.



Je weiter die Flut kam, desto mehr Platz zum schwimmen hatten die Delphine, was ihnen sichtlich gefiel. Immer wieder den Kontakt zu den menschlichen BeobachterInnen suchend schwammen sie in der Bucht herum. Nach der Fütterung schwammen die Tiere wieder weiter aus der Bucht hinaus. Dies war der schönste Anblick. Die wunderbaren Tiere ganz nahe zu haben, war wunderschön, doch sie schwimmend und springend in unmittelbarer Nähe erleben zu dürfen, hat uns (zumindest Nina) sehr berührt. (Da es hiervon kein Foto gibt, stelle man sich einen Mamadelphin mit ihrem Baby gemeinsam springend vor).

Auf jeden Fall gabs dann mal Frühstück und Kaffee aus dem Campingkocher :-)

Nur ein paar Kilometer (etwa 100km) weiter lag Noosa auf unserer Strecke, welches auch das Nizza der Ostküste genannt wird. Wir nutzten die Nähe zu unserer geplanten Route, um uns anzusehen, wie man leben könnte, wenn man in Australien wirklich Geld hat.




So schön der Tag in Noosa war, so schnell war er auch vorbei, sodaß wir schlußendlich entlang der Sunshine Coast wieder mal auf Gratis-Camping-Suche waren, was uns aber dank Hauptsaison erst auf einem Rastplatz im Landesinneren gelungen ist. Daß der Platz auch seinen Charme hatte offenbarte und sich aber erst am nächsten Morgen.


Am Weg weiter südlich nach Brisbane dürfte uns dann die erste Richtige Hitzewelle des Sommers erwischt haben. Gegen Mittag zeigte das Thermometer 44°C, was die Aircondition in unserem Auti auf Volltouren laufen ließ.



Da an Wandern oder Bergsteigen bei diesen Temperaturen nicht zu denken war, haben wir uns dazu entschieden, nach Bribie Island zu fahren, um dort den Nachmittag in den Wellen des angenehm temperierten Ozean zu verbringen.


Gegen Abend haben wir Brisbane erreicht, wo uns Nina eine Unterkunft für zwei Tage im Haus von Raphi's Mum organisiert hat, auf dessen Terrasse wir jetzt gerade sitzen, Wein schlürfen und diesen Blogeintrag schreiben.


Donnerstag, 2. Januar 2014

Happy New Year, Fraser Island!

Am Nachmittag des 29. Dezember wurden alle Teilnehmer der Fraser Island Tour in den Gemeinschaftsraum des Palace (unser Hostel) gerufen, um erste Infos über den Ablauf der nächsten Tage zu bekommen. Primär ging es darum, daß Verpflegung (abgesehen von Trinkwasser) nicht in der Tour inkludiert waren, sondern von uns selber eingekauft werden mußte. Daher wurden die Leute in einem Kleinbus zu Woolworths gekarrt, um dort Essen und im Bottleshop Alkohol für die kommenden Tage zu besorgen. Da der Kleinbus nur 10 Leute gefaßt hat (insgesamt waren wir 29) und wir eh unser Auto am Parkplatz des Hostels stehen hatten, haben wir uns dafür entschieden, zusammen mit Kevin aus der Schweiz (einer unserer Zimmergenossen), den örtlichen Aldi und dann den Alkoholdiskonter anzusteuern, um erstens nicht ewig auf den Bus warten zu müssen und ein paar Dollar im Vergleich zum Wooli zu sparen. Mit etwa 130$ für Essen, Bier und Sekt und Kevins Alkreserven im Hostel hofften wir über den Jahreswechsel zu kommen.
Nach einem Bierchen im Hostel gings dann ab ins Stockbett im brütendheißen 6er-Dorm (mit dabei noch Brat und Scott aus Schottland und Susanna aus Bolivien). Wie bei allen Touren, die ich bisher gemacht habe, auch hier sehr früher Tagesbeginn (5 Uhr).
Um 5 Uhr in der Früh gings also los. Aufstehen, zusammenpacken und auschecken. Vor dem Hostel standen schon die vier Toyota Landcruiser bereit, mit denen wir die Tour bestreiten würden.
Im Gemeinschaftsraum gab es eine kurze Belehrung über alle Sachen, die man auf Fraser alles nicht darf (World Heritage Area!), und wie man mit einem Offroader auf Sand fährt. Denn: Das Ganze war eine self driven Tour, was bedeutete, daß abgesehen vom Fahrzeug des Guides alle anderen Fahrzeuge von den Tourmitgliedern selbst gefahren werden, von denen die wenigsten (inklusive mir) von nie einen Geländewagen, geschweige denn auf Sand, gefahren sind. Dann wurde das nicht benötigte Gepäck weggesperrt, und wir luden die Fahrzeuge mit Gepäck, Proviant und Alkohol. Nina und ich hatten das Glück, das Versorgungsfahrzeug ergattert zu haben, was bedeutete, daß wir nur zu fünft im Wagen waren (die anderen bis zu neun Leute).


Relativ schnell saß ich dann am Fahrersitz des Boliden, bekam eine kurze Einführung in die Karre und startete den 4.0 Liter V6 Diesel, um zur Fähre zu fahren.


Nach einer etwa halbstündigen Überfahrt nach Fraser Island gabs dann noch eine kurze Einweisung in die Geländeuntersetzung, und schon gings ab ins Gelände.
Zur Erklärung: Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt. Sie besteht also komplett aus Sand, weshalb man dort nur mit einem Geländewagen fahren darf.




Zuerst ging es quer durch die Insel, um an der Central Station (der zentralen picnic area) für einen Jungelwalk Station zu machen. Das Schräge an diesem Jungel war, daß er komplett auf Sand wächst und von einem Bach durchschnitten wird, welcher ebenfalls hellen Sand als Bodengrund hat, was sehr interessante optische Effekte ergibt.


Anschließend ging es an die Ostküste der 122km langen Insel an den 75-Mile-Beach, welcher praktisch die Autobahn und zugleich Flugpiste für Fraser darstellt. Dort darf man mit 80 km/h über den Sand düsen.


Erste Sehenswüdigkeit auf der Insel war der Lake Wabby, welcher ein durch Algen grün gefärbter Süßwassersee inmitten einer ca. 15m hohen Dünenberglandschaft ist. Um dorthin zu gelangen, mussten wir erst mal 2km quer durch den Wald ins Innere spazieren (barfuß und über Sand natürlich). Der Marsch hat sich aber ob der Kulisse und dem Bad, das sich dann bot, auf jeden Fall ausgezahlt.

Um ca. 18 Uhr kamen wir dann in unserer Zeltstadt 100m vom Strand entfernt an. Sie bestand aus 8 Zelten, einer Feldküche (= Deluxe Camptrailer) sowie Sitzgelegenheiten. Und damit wars das auch schon. Keine Dusche, keine WCs. Kleinere und größere Geschäftchen mußte man im Sand verrichten, soweit wie möglich vom Camp entfernt, dingosafe und für das Ökosystem der Insel erträglich, also in 50cm Tiefe verbuddelt.

Am nächsten Tag waren alle recht bald munter und wir starteten unsere Tour bei den Coloured Sands, einer roten Formation aus Sandstein. Danach gings den ganzen 75 Mile Beach entlang zu den Champagne Pools, welche an der Ostküste die einzige Möglichkeit in Salzwasser zu baden darstellen, weil hier das Wasser über die Felsen an der Küste schwappt und Quallen somit nicht mit in die Rockpools geschwemmt werden können.





Gleich neben den Pools befindet sich der Indian Head, ein Lookout, von dem aus man sehr schön über einen weiten Teil der Insel sehen kann.


Am Weg retour Richtung Camp machten wir noch einen Zwischenstopp beim Maheno Shripwreck das seit einigen Jahrzehnten, nach einem Sturm an der Küste von Fraser Island gestrandet, vor sich hinrostet und den Touristen als vergängliche Attraktion präsentiert wird.


Viel interessanter jedoch ist Eli Creek. Dieser realtiv kalte Süßwasserfluss aus dem inneren der Insel bietet allen Touristen ein kleines Paradies. Der Bach ist den ganzen Tag von unzähligen Geländewagen, Zelten und Badelustigen mit Luftmatratzen und Reifen bevölkert. Ein Boardwalk führt einige Hundert Meter stromaufwärts, von wo aus man sich bis ins Meer treiben lassen kann.



Endlich wieder frisch gewaschen gings zurück ins Camp wo wir uns Abendessen zubereiteten und dem Jahresende entgegen feierten. Eingeladen von Johnsie, einem Einheimischen, der scheinbar jede freie Minute am Campingplatz der Frasercoast verbringt und am Strand mit Glitzerperücke, Geländewagen, Leinwand, Discokugel, Partymusik und sogar etwas Feuerwerk auf uns wartete, verbrachten wir unvergessliche Stunden in der sternenklaren Silvesternacht.



 Am nächsten Tag, entsprechend verkatert (vom vielen Tanzen) fuhren wir nochmals quer durch die Insel zum Lake McKenzie für ein kurzes Bad, bevor es mit der Fähre wieder zurück ans Festland ging.



Kurz vor dem Anlegen gabs noch ein paar Delphine aus der Ferne zu bewundern und hunderte von Quallen die herumtrieben. Recht erschöpft kamen wir um 17 Uhr wieder im Hostel an.

Zwei Tage am Bruce

Nachdem wir unsere Fraser Island Tour für den 30. Dezember gebucht haben (Briefing für die Tour schon am 29. Dezember um 16 Uhr in Hervey Bay) und wir auf unserem ruhigen Camping-Plätzchen im Wald bis 9 Uhr (!) geschlafen haben (war recht schattig, sodaß wir ausnahmsweise mal nicht ab 7 Uhr 40° in unserem Zelt hatten), hieß es jetzt "Kilometer machen". Wir hatten etwa 600km vor uns, auf denen wir auch noch die eine oder andere Zwischenstation geplant hatten. Also war jetzt erstmal der Bruce-Highway unser bester Freund. Glücklicherweise gibt es auf dem Highway von Zeit zu Zeit sogenannte Driver Reviver, auf denen Freiwillige an übermüdete (oder sparsame :-)) Fahrer Kekse und Kaffee kostenlos ausschenken.


Nachdem wir in Mackay für mich eine neue Luftmatratze (meine hat sich einen Tag vorher mit einem Loch verabschiedet - bin daher eher hart gelegen) und für Nina ein neues Kleidchen (das Einkaufszentrum war zu verlockend) erworben haben, ging es erstmal bis nach Rockhampton, wo wir uns dann für einen etwa 90km langen Umweg über den Scenic Drive an der Küste (Yeppon und Emu Park) entschieden haben (Nina hat vorerst gegen den Umweg protestiert, war aber dann froh, daß ich mich durchgesetzt habe, denn die Strände dort waren hammermäßig). Wir waren jetzt schon so weit südlich, daß die Quallengefahr kalkulierbar war und wir auch ohne Stinger-Suit ins Meer gehen konnten (das erste Mal an der Ostküste - wir haben aber vorsichtshalber mal einen Einheimischen gefragt, und der meinte, daß Quallen zwar vorkommen, aber eben an diesem Tag nicht). Das nutzen wir gleich für ein ausgiebiges Bad in der Sonne und im immer noch badewannen-warmen Meerwasser - einfach traumhaft. Obwohl die Gegend wohl die touristenreichste Saison im Jahr erlebt, waren die Strände im Vergleich zu jenen in Europa praktisch menschenleer.




Nachdem unsere UV-Tanks wieder voll waren, gabs noch Mittagessen und dann wieder ein paar Kilometer Richtung Süden, wo wir auf einem sehr insektenreichen aber günstigen Campingplatz in der Pampa übernachtet haben. Am nächsten Tag machten wir dann noch Zwischenstation in Bundaberg, wo wir die bekannte Destillerie aufgesucht haben, um eine leckere Spezialität für Hinti und Ingrid zu besorgen, welche sich schon jetzt über unseren Besuch in zwei Wochen freuen :-)



Um etwa Mittag am 29. Dezember sind wir dann in Hervey Bay angekommen, wo wir unser 6er-Zimmer bezogen haben und um 16 Uhr zum Briefing für Fraser Island gegangen sind.