Dienstag, 21. Januar 2014

Echte Schönheit kommt von Innen

Nach der ersten Nacht in meinem neuen Schlafsack war ich erstmal begeistert. Kein Frieren mehr - richtig kuschelig warm, das Teil. Genau das Richtige für die Berge, auf denen es auch im Sommer immer wieder mal schneit (für die nächsten Tage ist Schnee bis auf 1400m angesagt). Und ich werde mich viel im Gebirge bzw. am Hochplateau aufhalten.
Nach dem Kurzaufenthalt auf der besagten Halbinsel beschloß ich, die Ostküste runterzufahren, eventuell bis Invercargill. Ich dachte mir eben, Ostküsten sind erfahrungsgemäß super, also muß es hier auch so sein. Nach 200km Fahrt gen Süden war ich etwas enttäuscht. Die Küste kann hier nicht recht viel. Viele langweilige Monokulturen auf dem Weg, der "Strand" nur Schotter und ausgebrannte Autos.


Vielleicht wirds weiter unten oder im Westen noch besser, auf jeden Fall habe ich mich bei Timaru entschieden, ins Landesinnere zu fahren. Mein Ziel war das Hochplateau bzw. der Lake Tekapo knappe 100km von der Küste entfernt. Am Hochplateau konnte man aus der Ferne schon die schneebedeckten Gipfel der 2000er und 3000er des Gebirges, das die Südinsel durchzieht sehen.


Kurz vor der Ortschaft Tekapo tauchte dann Lake Tekapo am Horizont auf, dessen Ablick bei mir erstmal die Kinnlade runterklappen ließ. Kristallklares, türkis schimmerndes Wasser, groß wie der Wallersee (oder noch größer).




Dieser See durfte natürlich nicht jungfräulich bleiben, ergo sprang ich gleich mal in die Badehose und dann ins Wasser. Der See wird von einem Fluß aus dem Gebirge gespeist, welcher hauptsächlich Schmelzwasser führt. Entsprechend kalt ist er auch (im Jänner erreicht er seine höchste Temperatur mit 17°C). Wie kalt er ist, versuche ich auf dem Photo unten ungefähr zu vermitteln.


Nach einer etwa einstündigen Wanderung durch die umliegenden Wälder, suchte ich mir dann wieder mal ein kostenloses Nachtquartier auf einer Picnic-Area in der Nähe.


Die Nacht war wieder mal kalt und regnerisch, sodaß ich am nächsten Morgen (also heute) mein nasses Zelt einpacken mußte und mich auf die Suche nach Sonne zum Trocknen machte. Das Wetter am Lake Tekapo wurde besser, sodaß ich mein Zelt trocknete, frühstückte und dann beschloß, Mount John zu besteigen, welcher sich südlich des Sees erhob. Der Berg war zwar nur ein Hügel (gute 1000m ü. NN), bot aber einen tollen Ausblick auf den See und aufs Umland.



Anschließend gings etwa 50km weiter zum großen Bruder des Lake Tepako, zum Lake Pukaki. Etwa 30km lang reicht er fast bis zum Mount Cook, dem höchsten Berg von Neuseeland, welcher etwa dieselbe Höhe hat wie der Großglockner. Lake Pukaki mußte natürlich gleich wieder beschwommen werden und war kein bißchen wärmer als Tepako.



Nach dem Bad im eiskalten See wollte ich dann auch mal wissen, wo denn das ganze Wasser herkommt und bin die 50km von der Südspitze des Pukaki Richtung Mount Cook gefahren.


Bei Anblick der 3000er, die sich vor mir zeigten, begrub ich gleich mal mein Vorhaben, einen davon zu besteigen, da ich für dieses Gelände und die dort herrschenden Temperaturen einfach die Ausrüstung nicht mithabe.
Trotzdem mußte eine kleine Wanderung zum Fuße des Tasman-Gletschers sein, welcher sich östlich des Mount Cook ins Tal quält und leider Jahr für Jahr ordentlich an Volumen verliert.


Leider wurde es am Rückweg aus dem Tasman-Valley wieder so spät, daß ich mir einen (gratis) Camp-Platz am Lake Pukaki suchen mußte. Eigentlich wollte ich zu einem Fast-Gratis Campingplatz mit Dusche etwa 130km entfernt fahren, was sich zeitlich nun nicht mehr ausgegangen ist. Spätestens morgen ist aber eine Dusche dringend nötig, da die letzte dann schon 4 Tage her gewesen sein wird. Alleine unterwegs zu sein hat geruchstechnisch schon auch Vorteile.

Sonntag, 19. Januar 2014

Haere mai, Aotearoa (Willkommen, Neuseeland)

Nach tränenreichem Abschied (sogar zwei Mal, weil Ninas 380er dank technischer Probleme nicht abheben konnte- sie durfte noch einen Tag läger auf Airline-Kosten in Sydney bleiben) bin ich in meinen JetStar-Flug eingestiegen und nach drei Stunden in Christchurch um 0:45 Uhr Ortszeit angekommen. Mein erster Eindruck war: Boah, ist es hier kalt. Ja, Neuseeland hat klimatechnisch nicht mit Australien gemein. Bisher war mir eigentlich meistens zu kalt. Da ich für die erste Nacht keine Unterkunft gebucht habe, mußte ich am Flughafen übernachten, welcher ebenfalls kalt und sehr ungemütlich war. Fazit: Kein Auge zugetan.
Um 7 Uhr in der Früh ging dann der Bus ins Zentrum, in dem ich mein Auto abholen sollte. Hier machte ich gleich die Bekanntschaft mit der für Fremde etwas seltsamen Gastfreundschaft der Neuseeländer. Der Busfahrer war gleich mein Bester Freund und hat mich dazu eingeladen doch gleich eine ganze Runde mit ihm durch die Stadt zu fahren und mir (auf seiner Route natürlich) die Stadt zu zeigen. Am meisten interessiert war er wohl an den Erdbebenschäden. Von denen hat er nämlich am meisten geredet. Und tatsächlich ist die halbe Stadt eine Baustelle, auf der kaputte Gebäude abgerissen und neue gebaut werden (das Beben war vor drei Jahren und hatte die Stärke 7,1 - es wurde extrem viel zerstört, und 170 Leute sind dabei gestorben).


Nach meiner Stadtrundfahrt bin ich dann hundemüde zur Autovermietung gegangen (mit vollem
Marschgepäck natürlich) und habe gehofft, daß ich mein Auto gleich bekomme. So wars dann auch, sodaß ich gleich mit meinen organisatorischen Fahrten für meinen Aufenthalt beginnen konnte. Das wichtigste zuerst: Internet. Um 10 Uhr vormittags war ich dann schon wieder online. Dann gings in den nächsten Supermarkt, um Proviant und Gas zu kaufen, und anschließend auf eine Orientierungsfahrt durch Christchurch - dank Erdbebenschäden nicht die schönste Stadt, jedoch voller netter Menschen.
Am späten Nachmittag suchte ich mir dann einen Campingplatz, um mal Schlaf nachzuholen. Nach Zeltaufbau und Abendessen bin ich dann noch eine Stunde lang auf einen Walk gegangen, um mir mal die Gegend anzusehen.


Die Nacht am Campingplatz war zwar erholsam, weil lang (hab 12h geschlafen), jedoch wars trotz Schlafsack, Inlay und Schiunterwäsche zu kalt. Auch wenns am Tag angenehme Temperaturen hat, kühlt es in der Nacht extrem ab (7-8°C).
Also war meine erste Mission am Morgen: Ab zum KMart, um einen wärmeren Schlafsack zu kaufen (sollte bis 2°C angenehm warm sein).
Mit meinem Auto war ich nicht sehr zufrieden. Es fuhr zwar ganz nett, hatte aber einen extremen Spritverbrauch (Joszep, den ich im Oktober in Sydney getroffen hatte, hat mich vor Nissans schon gewarnt). Nach 110 Kilometer bin ich zur Tankstelle gefahren: 10,5 Liter (wobei ich schon ein bißchen in der Stadt herumgefahren bin). Eindeutig zu viel. Da hätte ich mir gleich Hintis Saufi ausleihen können (der hat aber Allrad, 6 Zylinder und 200 PS). Also zurück zur Autovermietung und erklärt, daß mir die Kiste die Haare vom Kopf frißt. Habe gleich nach einem Toyota gefragt (Joszeps Empfehlung) und ohne viel Verhandeln einen Toyota Corolla bekommen, der nicht nur 10 Jahre jünger ist, sondern 2 Liter weniger braucht und 130 PS hat. Bin echt begeistert von der neuseeländischen Kundenorientierung. Der Kerl bei der Autovermietung meinte, daß das Auto zwar etwas teurer wäre, das aber schon OK wäre, weil die Mietdauer so lange ist.
Mit dem Deal sehr zufrieden gings dann Richtung Akaroa bzw. auf die Banks Peninsula. Dort konnte ich erstmals die Schönheit des Landes bestaunen.




Der erste Eindruck: Neuseeland ist ähnlich wie Österreich und anders zugleich. Ich kann aber Österreicher gut verstehen, wenn sie hierher auswandern. Es gibt wohl kaum ein Land am anderen Ende der Welt, das unserem ähnlicher ist.
Ich sitze gerade an meinem Schlafplatz für heute Nacht. Es ist gerade erst dunkel geworden (22:15 Uhr), sodaß ich mir hier Zeit lassen kann, eine Campsite zu finden. Das ist toll an NZ: Es ist ewig hell.


Mal sehen, ob mein neuer Schlafsack hält, was er verspricht. Es ist nämlich schon wieder saukalt, und der Wind geht.

Freitag, 17. Januar 2014

"Bye bye Sydney" oder "Wie ich die Bürokratie lieben lernte"

Am Tag nach unserer Ankunft in Sydney gings auf Ninas Wunsch erstmal nach Bondi zum Shoppen. Da wurden kräftig Souveniers gekauft und um sensationelle 3$ beim take away Chinesen Mittag gegessen.




Anschließend gings in die Innenstadt, wo wir uns das Touristenprogramm mit Oper und Harbour Bridge genehmigt haben. Mittlerweile kenne ich die beiden Sights ja praktisch in- und auswendig, trotzdem wars schön, sie nochmals zu sehen.




Nach einem Spaziergang durch den botanischen Garten, durch Woolloomooloo, Kings Cross und das Bankenviertel verbrachten wir eine gemütliche Stunde bei Sydney Festival, einer Veranstaltung zum Musik hören und Chillen.



Den Abend verbrachten wir dann in Darling Harbour, wo wir die über die Stadt hereinbrechende Nacht genossen.




Am nächsten Tag habe ich Nina dazu überredet, mit mir den Walk von Spit nach Manly zu machen. Das war vor zwei Monaten die Wanderung, die mir in Sydney am besten gefallen hat. Obwohl es relativ warm war (gottseidank aber nicht so brutal heiß, wie es momentan in Südaustralien ist), wars schön nochmals durch die Buschwege und Vororte zwischen Spit und Manly zu wandern und die tolle Aussicht auf den Sydney Harbour zu genießen.
Am Abend gönnten wir uns dann in Darling Harbour zum Abschluß noch ein paar tolle Cocktails.







Damit war unser Aufenthalt in Sydney und damit auch Australien mehr oder weniger gelaufen. Heute blieb uns nichts anderes mehr übrig als unsere Sachen zu packen, nochmals kurz zum Bondi zu gehen und ein letztes Mal in Sand herumzulaufen und uns auf den Weg zum Flughafen zu machen.
Vorher gabs aber noch ein "Gruppenphoto" von SBS Australia ;-)



Auf diesem Wege nochmals herzlichsten Dank an Hinti und Ingrid für ihre Gastfreundschaft. Einmal werde ich die beiden ja nochmal beehren (im März). Bis dahin laßt Euch den Bundaberg recht gut schmecken ;-)

Jetzt sitze ich am Flughafen von Sydney, wo ich auf den Flug nach Christchurch warte. Leider mußte ich mich hier auch von Nina trennen, welche mit einem kurzen Zwischenstop in Singapur wieder nach Hause fliegt. Ich hätte sie gerne noch nach NZ mitgenommen, und ihr ist die Entscheidung gegen einen kurzen Abstecher zu den Kiwis wirklich schwer gefallen. Sie war eine tolle Reisegefährtin, und ich würde jederzeit wieder mit ihr um die Welt dingeln. Aber es ruft für sie eben die Pflicht in Österreich, und deshalb muß ich die beiden Inselchen alleine erobern.
Fast wäre mir die australische bzw. neuseeländische Bürokratie hier zum Verhängnis geworden. Offenbar darf man in NZ nur dann ein einreisen, wenn man ein Ticket aus NZ in ein Land, in das man einreisen darf, besitzt. Das habe ich eigentlich: Nämlich zurück nach Sydney im März. Leider läuft mein Visum in ein paar Tagen ab, und ich bekomme formal erst ein neues, wenn ich wieder in Australien einreise (also den Stempel im März in meinen Paß bekomme). Also habe ich am Papier kein Visum für Australien, wenn ich neuseeländischen Boden betrete, denn das bekomme ich ja erst bei meiner Rückkehr nach Sydney. Ergo: Keine Einreise in Neuseeland, ich konnte gar nicht ein checken.
Gelöst wurde das Problem dadurch, daß ich ein Ticket für einen Flug nach Singapur am 11. Februar kaufen mußte, mit dem ich in NZ einreise. Ich kann das Ticket dann zwar übermorgen gleich wieder stornieren, aber ich bleibe auf den Stornierungskosten und den currency exchange fees sitzen. Wieder eine schöne Handvoll Euros, die für genau gar nix weggeht. Das ist den Kiwis dann aber wieder wurscht. Ich kann dann ohne Probleme drei Monate lang (in meinem Fall eben gute zwei) in NZ bleiben.
Klingt deppert, ist aber so.
Den nächsten Blog gibts dann aus NZ, sobald ich mir dort Internet besorgt habe und wieder on the road bin.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Anfang und Ende

Nachdem wir unser Auto am 14 Jänner zu Mittag in Sydney zurückzugeben hatten mußten wir jetzt wieder Kilometer machen. Unser Weg führte uns hauptsächlich entlang der Küste nach Süden, wobei wir immer wieder ins Landesinnere abzweigen mußten, um den ausgebuchten Campspots am Meer zu entgehen. Zumindest wurde unsere Mühe mit kostenlosen Übernachtungen und tollen Sonnenuntergangsphotos belohnt.



Auf unserem Weg besuchten wir auch das Koala Hospital in Port MacQuarie. Dort werden verletzte oder kranke Koalas behandelt und gesund gepflegt oder in permanente Obsorge genommen, falls sie für ein Leben in der Wildnis zu schwer beeinträchtigt sind.



Auch das obligate BBQ am Meer mit Fleischbällchen und Kartoffelpuffer dürfte nicht fehlen.



Obwohl wir an allen Ecken und Enden nach wilden Koalabären gesucht haben, haben wir leider nie einen zu Gesicht bekommen. So häufig, wie das die Schilder am Straßenrand suggerieren, scheinen die Bärchen dann doch nicht zu sein. Nicht einmal unsere Koala-Spotting-Ausflüge in den Wald brachten den gewünschten Erfolg. Ninas Verzweiflung konnte man ihr ansehen.


Unser letzter Zwischenstop vor Sydney war Newcastle, eine kleine Stadt etwa 130km nördlich von Sydney. Nachdem wir wirklich viel Zeit in der Natur verbracht haben, wollte Nina einfach wieder mal Beton unter den Füßen haben.



Schlußendlich sind wir dann wieder in Sydney angekommen, wo uns Hinti und Ingrid gastfreundlich empfangen haben. Zu Mittag mußten wir unser geliebtes kleines Auto zurückgeben, womit wir wieder zu Fußgängern degradiert wurden. Nach einem Nachmittag am Strand und einer Nacht in einem echten Bett, gehts heute in die City, auf die sich Nina schon ganz besonders freut.