Nach unserer Übernachtung in der Whites Bay entschlossen wir uns am nächsten Morgen noch den Black Jack Trail im von Nebelschwaden durchzogenen Regenwald zu gehen.
Anschließend fuhren wir zurück nach Blenheim, um einige organisatorische Dinge für unseren bevorstehenden Abel Tasman Walk zu erledigen. Die drei Hütten für den Viertages-Marsch hatten wir schon online gebucht (diejenige für den fünften Tag war leider schon ausgebucht, sodaß wir unseren Trip auf 4 Tage stutzen mußten), aber wir hatten noch einige Fragen zum Wasser-Taxi und zur Strecke selbst und wollten auch wissen, wo wir unsere Wertsachen deponieren können. Die Touristeninformation hatte alle nötigen Infos, buchte das Wasser-Taxi für uns und schickte uns in die Bibliothek, wo wir den Voucher für die Hüttenübernachtungen ausdrucken konnten.
Anschließend fuhren wir weiter nach Picton zu den Marlborough Sounds, welche eine ähnliche Fjordlandschaft bilden wie die Meereszungen im Fjordland.
Dort suchten wir uns am Abend eine Campsite und planten für den nächsten Tag zum French Pass zu fahren, welcher sich am äußersten Ende einer dieser langgestreckten Halbinseln befindet. Die Fahrt dorthin erstreckte sich über etwa 70km, dauerte jedoch mehr als eineinhalb Stunden. Eine Straße mit geschätzten tausend Kurven, teils Asphalt, teils Schotter und dichter Nebel machten ein schnelles Vorankommen kaum möglich.
Immer wieder kamen wir an kleinen Siedlungen im Regenwald vorbei, in denen die Menschen viel Wert auf die Optik ihrer Briefkästen legen.
In French Pass angekommen mußten wir mal feststellen, daß es sich hier gar nicht um einen Paß handelte, sondern um ein kleines Örtchen am Arsch der Welt: Ein paar Häuser, eine Schule, ein Campingplatz, ein Pier und (wenigstens das) Internet. Den Zaun der Schule verwendeten wir, um unsere taunassen Zelte zu trocknen.
Die Aussicht vom ein paar Meter über dem Örtchen liegenden Lookout war aber genial. Durch den Fjord konnte man das aufgrund der einsetzenden Ebbe ins Meer hinauslaufende Wasser sehen, welches unzählige Strudel und Stromschnellen bildete.
Bei der Rückfahrt entlang des Sounds entdeckten wir ein Auto, welches offenbar eine Kurve zu sportlich genommen hatte, die Böschung hinuntergestürzt ist und am Dach liegengeblieben ist. Da wir uns nicht entsinnen konnten, das Fahrzeug beim Hinweg schon gesehen zu haben, sind wir natürlich sofort den Abhang hinuntergeklettert, um uns die Sache näher anzusehen. Die im Gras verstreute Campingausrüstung deutete auf ein Backpackerfahrzeug wie unseres hin.
Die Leutchen dürften aber Glück gehabt haben, denn auf der Frontstoßstange des Fahrzeugs war zu lesen, daß eh alles ohne Verletzte ausgegangen ist. Die Karre durfte da auch schon länger liegen.
Auf jeden Fall bin ich die Straße dann nur mehr mit einem 40er zurückgefahren, wodurch wir noch länger als für den Hinweg gebraucht haben.
Wir verabschiedeten uns erstmal von den Sounds, wollen später aber nochmals zurückkommen. Jetzt gings erstmal nach Nelson, um Futter für den Abel Tasman einzukaufen. Wir müssen das Essen für vier Tage ja selber im Rucksack mitnehmen.
Jede Menge Trockenobst, Müsliriegel, Nüsse, Packerlnudeln, Milchpulver und Miniwürstel haben wir jetzt in unsere Hauptrucksäcke gepackt. Dazu noch Regenzeug, Unterhosen und ein paar Medikamente.
Morgen gehts los. Ab in die Wildnis!
Ein Plätzchen schöner als das andere.Habe ein Luftaufnahme der Marlborough Sounds angeschaut- Wahnsinn!
AntwortenLöschenDie Briefkästen sind köstlich, Mr.Smith (grün), Mrs.Brown(rot)-praktisch für den Briefträger.
Das am Dach liegende Auto - bei aller Tragik - schon wieder komisch (we ok-gottseidank).Find ich ganz
super, wie die Insassen das gemacht haben. Köstlich auch Eure "Wäscheleine". Man stelle sich vor,
irgendjemand hängt seine Sachen über unseren Zaun....ALLES so schön dort.....Liebe Grüße, Mama
Bei eurem nächsten Trip müsst ihr aber ganz schön schleppen.
AntwortenLöschenDas könnte ich mit Alfi nie machen! Bei unseren Wanderungen auf (z. B.) den Untersberg ' darf ' nämlich immer ich den Rucksack tragen. Da bräuchten wir also bei dem Abel Tasman Track noch einen z u s ä t z l i c h e n Sherpa :-)
Muss aber erwähnen, dass ich freiwillig das Marschgepäck trage, weil Alfi sonst doppelt so lange für jede Tour braucht...
Liebste Grüße, Nathalie